Die aktuelle Zeitqualität eines Menschen
ein einfacher Weg


Im Folgenden stelle ich einen Weg vor, mittels der Combintechnik die aktuelle Situation eines Menschen zu erfassen.

Diese Methode hat verschiedene Vorzüge.
Sie ist einfach und effektiv. Es entstehen Horoskopbilder der aktuellen Situation, die prinzipiell wie Radices interpretierbar sind.
Diese "Quasi-Radices" bieten ein breites Spektrum von Anwendungsmöglichkeiten.
Zwei ihrer interessantesten Aspekte:

I) Es besteht eine Vorverwandtschaft mit dem, was einem Menschen begegnet.
Diese Vorverwandtschaft kann durch verschiedene astrologische Wege sichtbar gemacht werden.
Das Besondere hier ist, daß diese Vorverwandtschaft nach astrologischen Kennzeichen ausdifferenziert werden kann. Beispielsweise haben alle Menschen, mit denen man zu tun hat und die einem bestimmten Aszendenten tragen, in Grundzügen eine ähnliche Situation. Diese Situation z.B. der eigenen Bekannten mit Waageaszendent kann in eigenen Horoskopbildern sichtbar gemacht werden.
Dies kann z.B. Astrologen den Einstieg in eine Beratung erleichtern, bis hin zur Möglichkeit von Kurzberatungen anderer Menschen aus dem eigenen Horoskop heraus.

II) Durch die Miteinbeziehung von Ergänzungscombinen (s. u.) können unmittelbar Harmonisierungs- und Lösungshilfen artikuliert werden.



Die Astrologie kennt ja verschiedene Wege zur Bestimmung der aktuellen Zeitqualität eines Menschen.
Die bekannteste ist sicherlich die Transitechnik, dann gibt es weitere Verfahren, z.B. Progressionen, rhythmische Auslösungen usw.
Die Combintechnik gibt mittels Zeitcombinen ebenfalls Einblicke in die Situation eines Menschen.

Dazu folgendes:
Das Leben kann ja in aller Regel alleine aus dem eigenen Wollen heraus nicht so geplant und gestaltet werden, wie sich das Oberflächenbewußtsein das so denkt. Die jeweilige Situation, in der man steht, entsteht als Mischung des eigenen Wollens und Agierens und der aktuellen Zeitqualität, den gegenwärtigen Umständen der Zeit.
Diese Mischung hat, durchaus vergleichbar mit dem Kind zweier Menschen, ihre eigene Dynamik, ihre eigene Gesetzmässigkeit, ihr eigenes Leben. Und ebenso wie ein Kind blonder Eltern durchaus schwarze Haare haben kann, ist die Entwicklung einer bestimmten Situation auch bei Kenntnis aller Faktoren nur bedingt vorhersehbar.
Es kommt also erstens anders, zweitens, als man denkt.

Nun bleiben bei vielen, um nicht zu sagen bei den meisten astrologischen Methoden zur Erfassung der aktuellen Situation die Faktoren getrennt. Dies gilt z.B. für die wichtigste Methode überhaupt, die Transittechnik. Untersucht wird das Radix einerseits und die aktuellen Gestirnsstände andererseits und ihre Verbindung. Es hängt vom Geschick des Interpreten ab, inwieweit er die sich daraus ergebende Mischung, die GESAMTDYNAMIK der Situation artikulieren kann, und nicht etwa bei einzelnen Einflüssen stehenbleibt.

Der eleganteste und effektivste Weg, den ich kenne, um die Gesamt- und Eigendynamik einer Situation sichtbar zu machen, ist ein (Zeit-)Combin zwischen dem aktuellen Hier und Jetzt und einem Radix.

Dazu Folgendes: Die aktuelle Zeitqualität zeigt sich ja im aktuellen Horoskop.
Allerdings gilt diese Qualität - z.B. im Einzugsbereich einer Großstadt – für Millionen von Menschen, die alle Verschiedenes erleben. Die gleiche Zeit bringt dem einen den Ruin, dem anderen den Lottogewinn.

In einem Zeitcombin aber wird die individuelle Ausprägung der Zeit für eine bestimmte Person sichtbar.
In einem einzigen Horoskopbild zeigt sich das „Kind“ der aktuellen Zeitqualität und des eigenen Agierens, nämlich die Situation, in der man aktuell steht. Und dieses aktuelle Geschehen zeigt sich unmittelbar bildhaft, innerhalb eines (wie es Horoskope so an sich haben) wohlgeordneten Ganzen.

Bislang formulierte ich (in „Mechanismen der Zeit“) zwei Anwendungen von Zeitcombinen.

I) Das individuelle Horoskop des Augenblicks:

Zeigt sich einfach durch ein Combin zwischen dem Radix und dem Horoskop des Augenblicks. Die ganz aktuelle Situation wird sichtbar.
(Hier ein Beispiel aus einem Combinrätsel auf astrologix.de , welches die Möglichkeiten dieser Horoskopart sehr schön zeigt.)


Da die Zeit im Jetzt ständig fortschreitet, ist dieses Combin am interessantesten, wenn es als ständig aktualisierte Horoskopuhr verfügbar ist. (Diese Möglichkeit bietet meines Wissens derzeit nur die Astrologie Software Astroplus.)

So interessant dieses Horoskop auch ist, der Nachteil dieser Combinart ist ebenso offensichtlich. Der Focus liegt eben auf der Aktualität der Situation, die z.B. mit Venus am Aszendenten eben anders ist als mit Mars usw.

Übergreifende und langfristige Entwicklungslinien liefert dieses Horoskop nur bedingt.

II) Zeitcombine mit „Wendepunkten“ der Zeit,

also z.B. mit Exaktheitspunkten von Planetenkonjunktionen, Planetenübergängen auf 0° Widder etc.
Diese Art von Zeitcombinen liefern nun sehr wohl übergreifende Entwicklungslinien und –ziele.

Diese Zeitcombine gelten jeweils ab dem Exaktheitspunkt des betrachteten „Himmelsereignis“ bis zu seiner Wiederkehr. Also beipielsweise der Überlauf der Sonne über 0° Widder gilt für genau ein Jahr bis zum nächsten Überlauf der Sonne über 0° Widder.
Es zeigt sich ein Jahresthema.
(Beispiele solcher Jahres- bzw. auch Monatsthemen aus Diskussionen auf astrologix.de:
Thema der verstärkten Selbständigkeit: Geburtsherrscher in 5, Neptun in 1; siehe hier plus direkt anschließende Beiträge.

Pluto als Geburtsherrscher in 12 und Neptun in 2, s. hier und direkt nachfolgende Beiträge.

und ebenfalls hier:
nochmals Pluto als Geburtsherrscher in 12 und Neptun in 2.)

Nehmen wir einmal an, ein solches Jahresthema hat mit verstärkter Selbstständigkeit zu tun. Dieses Thema ist dann innerhalb des Geltungszeitraum des Zeitcombins, also z.B. innerhalb eines Jahres, grundlegend und bestimmend, auch wenn dies zu bestimmten Zeiten nur unterschwellig bewußt sein mag.
Nun kann dieses Jahresthema wiederum auf seine jeweilige Aktualität hin untersucht werden, wann also welcher Aspekt der Selbstständigkeit dominant ist. Dazu kann man z.B. Transite verwenden oder auch rhythmische Auslösungen in der Art der Münchner Rhythmenlehre usw.



Diese Möglichkeit zu Jahres-, Monats- und auch anderen Themen ist sehr hilfreich.
Diese Zeithoroskope zeigen wichtige Themen auf, übergreifende Entwicklungstendenzen werden deutlich, Perspektiven und Möglichkeiten werden sichtbar. Und sie zeigen auch die jeweilige Aktualität dieser Entwicklungslinien.

Aber auch hier bleiben Fragen offen.
Der Focus dieser Horoskope ist auf übergreifende Entwicklungen gerichtet. Es zeigt sich aber eigentlich nicht das, was man etwas vereinfachend das Alltagsleben nennen könnte.
(Natürlich wirken solche übergreifenden Tendenzen in den Alltag hinein. Wenn z.B. der Drang zur verstärkten Selbständigkeit in eine Existenzgründen mündet, verändert dies grundlegend das „normale“ Leben.
Trotzdem, der Alltag hat neben der neuen Selbständigkeit viele weitere Themen, vielleicht die Schulsituation der Kinder, die Verständigung mit dem Partner, vielleicht eine neue Liebe, die Finanzen, und derlei mehr.)

In der Combinastrologie bleibt also eine Lücke zwischen dem eingangs beschriebenen Horoskop des Augenblicks und dem übergreifenden Standpunkt von Jahresthemen. Sozusagen die Zeit „dazwischen“, was man etwas vereinfachend das Alltagsleben oder auch das „normale“ Leben nennen könnte.

Nun kann man sich diesem Alltagserleben schon auch mittels Combinen annähern. Lasse ich beim beschriebenen Combin des Augenblicks den Aszendenten und die Häuser weg, so sehe ich vielleicht, daß z.B. die Sonne aus einem Quadrat mit Saturn herausläuft und in Trigon mit Jupiter hineinläuft. Und tatsächlich entspricht das dem Erleben der Situation.
In der Art kann ich natürlich das gesamte individuelle Horoskop des Augenblicks untersuchen. Der jeweilige Aszendent dieses Combins liefert ja „nur“ das momentane Zentrum dieser Konstellationen und ihre Verteilung im Hausbild.

Diese Zentrierung der Konstellationen durch den Aszendenten ist natürlich eine sehr sinnvolle Funktion. Nur verändert sich dieses Horoskop des Augenblicks derart schnell, daß keine übergreifendere Sicht der Dinge entstehen kann. Es wäre also eine Art übergreifender Aszendent wünschenswert.

Diese Möglichkeit existiert.

Die individuellsten Punkte eines Horoskops sind der Aszendent und sein Geburtsherrscher. Sie sind am stärksten mit dem Bewußtsein des Ichs verbunden.
Die einfache Lösung: Man nutzt den Geburtsherrscher als Aszendent.

Dieser Hilfsaszendent mit seinem Hausbild zeigt, wie sich die aktuellen Konstellationen um die Mitte des Ichs, also des subjektiven Seins und Erlebens gruppieren. Es zeigt sich wie schon bei den Jahresthemen ein übergreifendes Thema, welches aber – anders als bei den Jahresthemen – immer das aktuelle Jetzt liefert. Wobei sich dieses aktuelle Jetzt im Regelfall gleitend und nicht abrupt verändert.

Hier nochmals die Vorgehensweise:
Man erstellt ein Combin zwischen dem eigenen Radix und dem Hier und Jetzt.
In diesem Combin legt man den Aszendenten auf den eigenen Geburtsherrscher: Ein Mensch mit Zwillingsaszendent z.B. also auf den Merkur. Fertig!

Dieses Horoskop zeigt die Situation des Menschen, zentriert auf sein subjektives Erleben der Situation.
(Diese Ausrichtung auf das subjektive Erleben muß bei Zeitcombinen durchaus nicht so sein. Üblicherweise zeigt sich eher, in welche Gesamtsituation man gestellt ist. Steht der Geburtsherrscher z.B. im einem Horoskop des Augenblicks im zwölften Haus, so ist man möglicherweise gerade nur stiller Zeuge des Geschehens usw.)

Die Entdeckung dieser Art der Nutzung von Geburtsherrscher ergab sich durch Viertelcombine.
(Zu Viertelcombinen s. „Mechanismen der Zeit“ und die folgenden Artikel:
Beziehungen und mehr: Das Combinhoroskop als umfassendes astrologisches Instrument
Combin oder Synastrie? Über die Auswirkungen von Beziehungen

In aller Kürze zu Viertelcombinen: Ein Combin zeigt das gemeinsame Erleben zweier Partner, die sich zwischen ihnen ergebende Eigendynamik ihrer Beziehung. Es ist sozusagen das Radix der Beziehung. (Wobei wie beschrieben einer der Partner auch das aktuelle Hier und Jetzt sein kann.)
Erstellt man ein weiteres Combin zwischen dem ersten (Grund-)Combin und dem Radix eines der Beteiligten, so erhält man ein Viertelcombin. Es zeigt das Gemeinsame zwischen dem individuellen Selbst (=das Radix dieses Menschen) und der Beziehung (=das Combin). Mit anderen Worten, ein Viertelcombin zeigt das individuelle Selbst in der Beziehung, also das Befinden des Radixeigners in und durch die Beziehung sowie seinen spezifischen Beitrag zu ihr.)

Mir fiel Ende des Jahres 2000 auf, daß anscheinend alle Menschen in meinem Umfeld mit Waageaszendent gerade am Umziehen waren. Einmal darauf aufmerksam geworden, achtete ich mehr und mehr darauf.
Es zeigte sich, daß tatsächlich alle „meine“ Waageaszendenten bestimmte Züge sehr deutlich gemeinsam hatten: Entweder sie zogen tatsächlich gerade um oder planten dies, bzw. es ergab sich auch der Aus- und / oder Einzug eines WG Mitbewohners.
Oder sie gründeten gerade neue Geschäfte.
Teilweise fiel dies auch zusammen. Weiterhin klagten viele über Lärm in der Umgebung, also zu Hause oder am Arbeitsplatz.

Dies war so deutlich, daß es eigentlich nicht zufällig sein konnte. Ich dachte mir, dass eine solche personenübergreifende Ausrichtung „meiner“ Waageaszendenten am ehesten durch das Viertelcombin zwischen dem Hier und Jetzt und dem Grund-Zeitcombin zu sehen sein müsste.
Mehr zufällig und spielerisch legte ich in diesem Dreiviertelcombin (welches sich also auf ¾ des Wegs zwischen meinem Radix und dem Hier und Jetzt befindet) einen Aszendenten auf die Venus, und das Bild war sofort klar.
Die Venus stand im Widder, ergab sich also Widderaszendent, der Mars stand im zweiten Haus.
Wörtlich übersetzt, es ging um einen Neustart, um das Geben neuer Impulse (Widder) im Bereich der konkreten Lebensordnung, auch der existenziellen Sicherung (Haus 2).

Es ließ sich dann ganz einfach berechnen, wann die Venus aus dem Widder in den Stier gehen würde, mit der Vermutung, daß dann die Aufbruchszeit in eine deutlich ruhigere Stimmung mit dem Drang zu Erdung und Ordnung des neu gewonnenen Terrains münden würde. Dies bestätigte sich, der eigentliche Umzug war dann vollzogen oder auch kein Thema mehr, die heiße Zeit war vorbei, größere Ruhe kehrte ein. -


Mehrfach ergaben sich dann in der darauffolgenden Zeit deutliche, zum Teil sehr verblüffende Bestätigungen dieser Verwendung der Geburtsherrscher. Nach nun mittlerweile knapp vierjähriger Nutzung dieser Methode ist sie für mich gesichert. Es ist definitiv möglich, aus dem eigenen Horoskop detailliert Einsichten über das Leben begegnender Menschen zu gewinnen.
Mit der Veröffentlichung dieser Methode habe ich lange gezögert, da diese Methode mit knappsten Mitteln Einsicht ermöglicht, damit auch Missbrauch möglich macht. Nun fand ich Ende des Jahres 2003 die Ergänzungscombine. Durch deren Einbeziehung überwiegen die konstruktiven Nutzungsmöglichkeiten jetzt so deutlich, das ich meine Bedenken zurückgestellt habe. -

Die Nutzung der Geburtsherrscher als Hilfsaszendent hat, wie jede andere Systematik auch, ihre Möglichkeiten, aber auch ihre Grenzen. Allerdings sind die Möglichkeiten in vielen Bereichen derart erstaunlich und hilfreich, daß für mich sämtliche anderen Methoden, einschließlich der Transittechnik, weit in den Hintergrund getreten sind.

Ein kurzer Überblick:

Generell zeigt der Aszendent auf dem Geburtsherrscher in Zeitcombinen eine tages- und wochenübergreifende Sicht der Dinge. Aktualisiert man dieses Horoskop regelmäßig, zeigt sich die - in der Regel gleitende - Veränderung der Situation. Die beiden wichtigsten Indikatoren für grundlegende Veränderungen im Zeitcombin sind der (Radix-)Geburtsherrscher und sein Herrscher (im Zeitcombin). Verändern sich diese nur langsam, so zeigt sich ein möglicherweise jahrelanges Grundthema. Falls aber zu diesen Indikatoren der schnelle Mond gehört, so zeigen sich krebstypisch schnellere Veränderungen. Aber auch im Falle der Langsamläufer zeigt sich die aktuelle Ausprägung der Situation durch den Rest des Horoskops, also u. a. auch durch den schnellen Mond.
Die stärksten Veränderungen ergeben sich durch Zeichenwechsel der Geburtsherrscher und durch Hauswechsel deren Herrscher.

Nun gibt es verschiedene Combintypen, mit denen man verschiedene Aspekte einer Situation sozusagen mit dem Vergrößerungsglas betrachten kann. Es ist dabei in der Regel nicht nötig, alle diese Combine und Untercombine zu betrachten, sondern man konzentriert sich auf die Aspekte, die einem wichtig sind. Die aktuelle Zeitqualität liefert sozusagen, ähnlich wie ein Computerprogramm, vielfältige Informationen, die über Menues mit Untermenues usw abgefragt werden können. Jedenfalls legen Combine mit ihrer offensichtlichen Stimmigkeit diese Sichtweise nahe. Man könnte sagen, Gott ist ein Mathematiker.

Die einzelnen Combinarten:
Ein „normales“ Combin zwischen Radix und aktuellem Hier und Jetzt (im folgendem Grundcombin genannt) zeigt die aktuelle Situation eines Menschen, wie die Person ihre Situation erlebt, welche Haupthemen anstehen usw.
Dabei ist zu beachten, daß diese Situation wie eingangs beschrieben als Verbindung des eigenen Agierens und den Umständen der Zeit entsteht. Was eine feine Unterscheidung nötig macht: Dieses Grundcombin ist das Horoskop der SITUATION eines Menschen, nicht aber des Menschen selbst.

Das Horoskop des Menschen im Jetzt liefert aber das Viertelcombin zwischen diesem ersten Combin und dem Radix.
Es zeigt den spezifischen Beitrag des Menschen zu seiner Situation ebenso wie sein Befinden in ihr.
Also wenn z.B. die Situation eines Menschen schwierig ist, dann zeigt sich das im Grundcombin. Wenn er aber kompetent und dynamisch mit dieser Situation umgeht, im Viertelcombin usw.

Entsprechend zeigt ein Viertelcombin zwischen dem Hier und Jetzt und dem ersten, dem Grundcombin, welchen Beitrag die Zeit spezifisch für einen Menschen erschafft.
Und hier ermöglichen die Geburtsherrscher die Möglichkeit, diesen Beitrag der Zeit zur Situation weiter auszudifferenzieren, s. das Beispiel „meiner“ umziehenden Waageaszendenten. –

Ein kurzes Beispiel zum Geburtsherrscher im Zeitcombin:.
In einem privaten Internetforum fragte eine Person um Rat.
Diese Person fühlte sich aktuell von einem ihrer Vorgesetzten gemoppt, einem Vorgesetzten, mit dem sie auf Kriegsfuß stand. Sie hatte sich geweigert, eine bestimmte Arbeit auszuführen, die sie als unannehmbar empfand. Worauf sie an einen äußerst unangenehmen Arbeitsplatz in der Firma versetzt werden sollte.
Sie war unsicher, was sie jetzt tun sollte, überlegte auch zu kündigen.

Der Aszendent der Person ist Schütze.
Wie gesagt zeigt das Zeitcombin (zwischen Radix und Hier und Jetzt) die aktuelle Situation. Und innerhalb der Situation zeigt der Geburtsherrscher das subjektive Erleben der Situation.
Im Combin zwischen ihrem Radix und dem Jetzt zeigte sich, dass ihr Geburtsherrrscher Jupiter sich gerade anschickte, über den absteigenden Mondnoten (der in der altindischen Jyotishastrologie Ketu heißt) zu gehen.
Ketu hat in gelöster Form u.a. mit starken intuitiven, psychischen, seherischen Fähigkeiten zu tun, in ungelöster Form u.a. mit Unklarheit, Verwirrung, Heimlichkeiten usw und dadurch ausgelösten Ängsten usw. Man könnte Ketu unzulässig vereinfachend ein bischen mit Neptun vergleichen.
Ich schrieb ihr u.a., daß ihre Position, ihre Präsenz in ihrer Situation dadurch relativ kurzfristig (da die beiden Planeten nach ein paar Tagen wieder auseinander laufen) vermutlich etwas gedämpft ist, etwas geschwächt, was der Vorgesetzte wahrscheinlich unbewußt spürt.
Weiterhin stand Jupiter auf etwa 5,5 Löwe. Dies ist laut der Münchner Rhythmenlehre Döbereiners ein Punkt, der mit einer Uranus – Merkur Charakteristik belegt ist, und zwar speziell u. a. mit dem "Sitzen zwischen den Stühlen", sich zwischen Alternativen nicht entscheiden können.
(Auch diese Konstellation galt nur kurzfristig. Die genaue Terminierung der weiteren Dauer beider Konstellationen wäre eine Sache von Sekunden gewesen.)
Beide Aussagen wurden von der Person als vollständig richtig bestätigt. (Schon der Geburtsherrscher ohne Aszendent zeigte hier die grundsätzliche Problematik, weshalb ich
das restliche Horoskop hier außer Acht lasse.)

Also: Der Geburtsherrscher Jupiter, damit der persönlichste Punkt, der u. a. die Präsenz der Person anzeigt, ist im Grundcombin (=die aktuelle Situation) etwas „wackelig“.

Wie kann Jupiter gestärkt werden?
Dazu möchte ich einen Sprung machen zu der Anwendungsform, die mir am meisten am Herzen liegt, zu den Ergänzungscombinen.
Für Leser, die das nicht kennen, empfehle ich die vorherige Lektüre dieses Artikels:
Das Ergänzungscombin

In knappster Kürze: Ergänzungscombine zeigen die Ausgleichsbewegung, die für einen Menschen nötig ist, um in der Verbindung mit einem Partner in seiner eigenen Mitte zu bleiben, astrologisch ausgedrückt, im eigenen Radix. Ergänzungscombine sind so beschaffen, das sie im Combin mit dem einen Partner das Radix des anderen Partners ergeben. Sie zeigen eine Art ideales Verhalten, welches eine Situation harmonisiert und konstruktiv weiterentwickelt, nicht aber etwas, was automatisch Realität ist. Dieses „ideale“ Verhalten ist bewussten Menschen intuitiv klar und zugänglich, insofern sind Ergänzungscombine genauso natürlich wie andere gültige Formen der Astrologie.

Eine Diskussion mit Beispieldeutung von Ergänzungscombins auf astrologix.de findet sich hier.

Zurück zum eben diskutierten Horoskop.
Im Ergänzungscombin stand Jupiter im Steinbock. Mit einem Aszendenten versehen, zeigte sich der zugehörige Saturn im 8. Haus.
Steinbock – Saturn steht für das Herausdestillieren dessen, was verbindliche Gültigkeit hat.
Das 8. Haus steht u. a. „geistige Ordnung“, also für Leitbilder, Ideal- und Zielvorstellungen, auch geistig – ethische Werte.
Ich schrieb ihr, daß vermutlich (unabhängig von der ganz aktuellen Situation mit dem Chef) das Herausdestillieren und Umsetzen verbindlich - gültiger Zielvorstellungen und Werte schon seit längerem hilfreich ist.
Unabhängig davon, wie sie sich jetzt konkret in ihrer Arbeit entscheide, sei es also angezeigt, sich darauf zu besinnen, was sie eigentlich will, welche Werte und Ziele wichtig sind und darauf hinzuarbeiten. Und damit den Blick aus der Aktualität zu heben und auf langfristige Ziele zu richten.
Nachdem Ergänzungscombine auch „nur“ verdeutlichen, was bewussten Menschen sowieso klar ist, fügte ich noch hinzu, dass sie das vermutlich sowieso schon macht, aber daß es gerade in diesen Tagen ein besonders wichtiger "Hebel" zur Harmonisierung sein dürfte.
(Die Stellung von Jupiter und Saturn bestand schon seit längerer Zeit und würde auch noch ein Weile andauern. Allerdings zeigte sich die aktuelle Betonung durch Mars im 1. Haus nahe dem Aszendenten und auch Sonne im 1. oder 2. Haus, soweit ich mich erinnere. Mars am Aszendenten plus Sonne zeigten hier die Notwendigkeit der konkreten Umsetzung und Verwirklichung des „Herausdestillierens gültiger Leitbilder und Ziele“, marstypisch eben „energisch betrieben“, und zwar gerade zur Zeit der Fragestellung. Gerade in diesen Tagen also den Blick aus der Aktualität heraus auf das Finden und Umsetzen übergeordnete Ziele und Werte zu richten.)

Auch dies wurde vollstens bestätigt. Die Person schrieb, daß das Thema der "verbindlich gültigen Zielvorstellungen und Werte" als Programm bei ihr seit einigen Monaten im Hintergrund läuft und den Nagel genau auf den Kopf trifft. Und dass das Problem ja auch schon länger existiert, nur jetzt akut wurde.
In Gedanken sei sie eigentlich praktisch bereits in der Zukunft, und sie vermute, daß dies der Grund ist, weswegen sie die jetzige Situation weniger tangiert als man eigentlich erwarten müßte. –

Die ganze Begutachtung der Situation benötigte keine zwei Minuten. Die genaue Terminierung, also welche Konstellation seit wann und wie lange existiert, wäre ebenfalls innerhalb kurzer Zeit abzusehen gewesen, jedenfalls mit einer entsprechenden Software.

Hier ein weiteres Beispiel für die Aussagekraft des Geburtsherrrschers.
Es war möglich, die Kursentwicklung der Postbankaktie für die Börsenwoche von Montag, den 18. 10. 2004 bis Freitag, den 22. 10. 04 stimmig vorherzusagen.

Am 14. 10. 04 machte ich im Internet im sog. Mundanforum auf astrologix.de folgende Prognose:
" . . . Ich vermute, daß die Postbankaktie jetzt am Montag, also den 18.10. eine leichte Kurssteigerung hat, so einen leichten Hüpfer nach oben macht.
Jetzt morgen, Freitag scheint mir dies noch unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen, falls es Handel am Wochende gibt, dann sollte es insbesondere Sonntag am deutlichsten sein.
Der Hüpfer nach oben sollte sich aber schon ab Dienstag, Mittwoch, vielleicht auch Donnerstag wieder verflachen, die Aktie also wieder den alten Kurs weiterverfolgen.
Vielleicht auch das neue Niveau halten, jedenfalls nicht weiter so deutlich steigen, also eben den alten Kurs weiterfolgen (vielleicht steigt der ja sowieso).
Ich bin gespannt. Ich mache dies aufgrund eines einzigen astrologischen Faktors . . ."

Die erste Grafik zeigt die Kurse eines Monats, die zweite Grafik von drei Monaten. Der Abschluß der roten Kurslinie auf der jeweils rechten Grafikseite zeigt den Kurs bei Börsenschluß am Freitag, den 22. 10. 04. (Gezeigt werden die Börsenplätze Frankfurt und Xetra (=elektonischer Börsenhandel. Andere Börsenplätze zeigten das gleiche Bild mit geringfügigen Variationen. Die Grafiken stammen aus der website www.onvista.de.


(Details zu dieser Prognose, zum Horoskop der Aktie, auch die Prognose selbst etc können auf astrologix.de nachgelesen werden: Hier klicken.

Der von mir angesprochene "einzige astrologische Faktor" war der Geburtsherrscher.
Die Postbankaktie hat Löweaszendent, der Geburtsherrscher ist also die Sonne.
Die Sonne stand damals (Mitte Oktober 04) im Grundcombin (zwischen dem Radix der Aktie und dem damaligen Zeitpunkt) im Löwen und schickte sich gerade an, über 27,5° Löwe zu gehen. Dieser Löwegrad ist laut der Münchner Rhythmenlehre mit einer deutlichen Jupiter - Sonne Charakteristik belegt, und dies hat sich in meiner Praxis des öfteren als absolut stimmig bestätigt.
Dieser Punkt ist im Übrigen nicht unbedingt ein direkter Geldpunkt. Ich empfand ihn immer als beschwingtes Vorwärtsschreiten mit starkem Rückenwind. Da aber das "Wohlbefinden" einer Aktie sich nur über einen einzigen Faktor äußern kann, nämlich ihren Preis, war in Zusammenhang mit ein paar weiteren astrologischen Überlegungen die Wahrscheinlichkeit eines Kursanstiegs schon sehr hoch. Und mit zunehmenden Abstand zu diesem Punkt ein allmähliches Abflauen dieses kurzen Hochs.

Auch diese Einschätzung des Aktienkurses benötigte nur wenige Minuten.

Zum schnellen Überblick über ein Horoskop ein paar grundsätzliche Überlegungen:
Ein Horoskop kann ja mit einem Samen verglichen werden. Schon z.B. im Samen einer Eiche zeigen sich die Entwicklungspotentiale der zukünftigen Eiche, Potentiale, die definitiv andere sind als z.B. die des Samens einer Pusteblume.
Wiederum gibt es im Horoskop einen Samen, der konzentriert die konstruktiven Potentiale des Horoskops aufzeigt, nämlich der Aszendent und sein Herrscher, der Geburtsherrscher. Aszendent plus Geburtsherrscher bilden zusammen den zentralen Kern des Horoskops, in dem sich schon der generelle Rahmen des Horoskops zeigt (ein Rahmen, der dann in der nächsten "Informationsschicht" von Neptun kommentiert wird, was dann die von mir sog.Samendeutung ergibt).
Es wichtig zu verstehen, daß alle weiteren astrologischen Details sich um diesen Horoskopkern gruppieren und eigentlich als nähere Erläuterung dieses Kerns verstanden werden können.
Insofern bringt die Vielzahl der möglichen astrologischen Details bis hin zu Fixsternen, Asteroiden und dergleichen mehr sicherlich eine Schärfung des Horoskopbildes.
Dieses Bild beruht aber auf der Grundaussage des Horoskopkerns. Zieht man zu schnell zu viele Details in Betracht, läuft man Gefahr, die eigentliche Idee des Horoskops zu verlieren und sich in Details zu verzetteln.
Vermag man diesen "Samen des Samens" aber richtig zu lesen, kann man meist recht schnell das eigentliche Bild, die eigentliche Idee und Zielung des Horoskops erfassen. Hologramme (eine spezielle Art der Photographie, die in Verbindung mit einer speziellen Laserbestrahlung dreidimensionale Abbildungen ermöglicht) z.B. funktionieren ähnlich. Zerschneidet man ein Hologrammphoto, so zeigt jedes der Phototeile immer noch das gesamte Bild, nur unschärfer. Und dieses, wenn auch noch verwaschene, Gesamt - Bild des Horoskops. gilt es zuerst und grundlegend zu finden.

(Mal abgesehen davon, daß sich diese Sichtweise in der Praxis bewährt hat, gibt es eine einfache astronomisch - astrologische Überlegung, die diese Sichtweise stützt.
Combinhoroskope nehmen bei ihrer Berechnung ja keinerlei "Rücksicht" auf übliche astrologische Parameter, also etwa auf Planetenzyklen und ähnliches. Sie halbieren schlicht und einfach den zeitlich - räumlichen Abstand der Partner.
Trotzdem zeigen Combine wieder Gesamtbilder, die die Wirklichkeit stimmig abbilden. In diesen Gesamtbilder ist offensichtlich, wie in anderen "natürlichen" Horoskopen auch, kein Teil zufällig. Die Planeten und sonstigen Horoskopelemente wirken sinnvoll zusammen, kommentieren sich gegenseitig, formen - analog dem sinnvollen Körper eines Menschen - den sinnvollen "Körper" des Horoskops.
Wenn aber die Horoskopdetails auch in Combinen (also trotz des Fehlens jeglichen astrologischen oder astronomischen Bezugs bei ihrer Berechnung) ein solches Gesamtbild aufweisen, dann ergibt sich zwingend die Annahme einer übergeordneten Instanz, einer Gesamtregie der Himmelsbewegungen.
Diese Regie bestimmt aus dem Unsichtbaren heraus, und bleibt dabei auch selbst unsichtbar. Dieser Regisseur (den ein religiöser Mensch religiös benennen wird) spielt im Film selbst nicht mit.
Es zeigt sich also eine Hierarchie von übergeordneter, gleichzeitig unsichtbarer Regie zu "Ausführungsorganen", also den Planeten etc. Eine Hierarchie, die aus dem Immateriellen heraus die konkrete Erscheinung lenkt.
Gemäß dem Grundprinzip der Astrologie "Wie oben, so unten" ist es nun nur logisch, die Fortsetzung dieser hierarchischen Struktur auch in Horoskopen zu vermuten.
Also eine Vorstruturierung der Aussagen und Inhalte eines Horoskops aus abstrakten, immateriellen Bereichen heraus.
Wo findet sich im Horoskop diese Abstraktion, diese immaterielle Ausrichtung?
Im zwölften Haus. welches sich, ebenso wie das erste Haus, aus dem Aszendenten herausformt. Hier zeigt sich die eigentliche Idee eines Horoskops, und der Rest des Horoskops kann als eine nähere Erläuterung seines zwölften Hauses gesehen werden. Der Aszendent ist in dieser Sichtweise der Beginn und das Maximum des zwölften Hauses (was seiner Bedeutung als Herrscher des ersten Hauses keinen Abbruch tut).
(Aufgrund nun der Verwandtschaft zwischen dem zwölften Haus und dem Fischezeichen inclusive seines Herrschers Neptun kann nun Neptun als Wegweiser, als Kommentator des Aszendenten genutzt werden. Womit man bei der Samendeutung gelandet ist, einer ebenso einfachen wie effektiven Methode zur Klärung des Grundrahmens eines Horoskops. Mit der es - in der Regel - schnell möglich ist, die grundlegende Ausrichtung des Horskops wahrzunehmen.)

Aber nun zurück zur astrologischen Praxis, zu weitere Möglichkeiten, Hilfshoroskope in Zeitcombinen zu verwenden.
Die Geburtsherrscher bieten immer den persönlichsten Zugang, die subjektivste Zentrierung der Konstellationen. Doch neben dem Geburtsherrscher gibt es weitere sehr hilfreiche Möglichkeiten.
Was macht ein Mann, der Schwierigkeiten mit seiner Partnerin hat, also seiner Venus? Oder auch aktuell personenübergreifend, also mit Frauen, mit potentiellen Partnerinnen generell?

Im Zeitcombin sieht er seine Situation, im Ergänzungscombin sieht er, was er tun kann, um seine Situation zu harmonisieren.
Im Einzelnen:
Im Zeitcombin mit dem Aszendenten auf seinem Geburtsherrscher schaut er, wo die Venus (in welchem Haus etc) steht. Dies zeigt die allgemeine Situation der Venus. Legt er dann den Aszendenten direkt auf die Venus, so bekommt er eine detaillierte nähere Erläuterung dieser allgemeinen Situation.
Ganz genauso macht er dies im Ergänzungscombin. Weiter unten kommt dazu ein kleines Beispiel.

Entsprechend der Nutzung der Venus als Indikator für die Gefährtin eines Mannes gibt es viele Möglichkeiten der Nutzung der Planeten. Für die „generelle Stimmung im Land“ bzw natürlich im eigenen Leben steht der Mond, u. a. für die Stimmung und Gestimmtheit, die ja des öfteren wechselt. Die aktuelle und schnell wechselnde Mondstellung im Zeit – und Ergänzungscombin kann Hinweise für die Verbesserung der Stimmung geben.
Entsprechend Lehrer und Wissen (Jupiter), Umgang mit dem Staat (Saturn oder auch Saturn Jupiter) usw usw.
(Ein Tip für Fortgeschrittene: Es ist prinzipiell auch möglich, bestimmte Grade des Tierkreises, also z.B. Gruppenschicksalspunkte auf diese Weise „abzufragen“, indem man einfach den Aszendenten auf diesen Punkt legt. Es ist nicht unbedingt nötig, dass dieser Punkt dabei durch einen Planeten oder eine Halbsumme betont wird, auch wenn die sich zeigenden Bilder dann deutlicher erscheinen bzw leichter nachvollziehbar sind.)

Hier das versprochen Beispiel zur Venus: Ein Klient wurde von seiner Herzensdame abgewiesen, mehrfach und bestimmt, zum Teil auch scharf formuliert. Es gab zwar Annäherungen, auch erotisch, trotzdem blieb die Dame einer festen Beziehung strikt abgeneigt. Doch hatte er das tiefe Gefühl, daß er am Ball bleiben sollte, weiter um sie werben sollte.
Das Ergänzungscombin (zwischen seinem Radix und dem Jetzt) zeigte seine Venus im Skorpion. Mit einem Aszendenten versehen, fand sich der zugehörige Pluto im 8. Haus.
Wörtlich übersetzt hieß dies: Mache Deine Venus kompromisslos zum unbedingten Leitbild, zur unbedingten Zielvorstellung.
Diese konsequente Ausrichtung und fortdauernde Werbung brachte schließlich den Erfolg, worüber heute beide froh sind.


Für die Interpretation des Ergänzungscombins gilt folgendes:
Harmonisiert wird stets das, was am Aszendenten steht, in diesem Beispiel also die Venus mit ihren Belangen, u.a. also die Situation mit der Liebsten.
Wodurch wird dieser jeweilige Aszendent bzw der dort befindliche Planet harmonisiert?
Durch das Verhalten, die Ausrichtung, die Seinsart, die durch das Ergänzungscombin insgesamt angezeigt wird.
Wobei die Deutung unbedingt vom Aszendenten her aufgebaut werden muß. Dies kann gar nicht genug betont werden. Im Aszendenten ist immer das konstruktive Potential eines Horoskops enthalten. Die Sonne z.B. mag sogar stärker das aufzeigen, was tatsächlich gegeben ist. Suche ich aber nach der eigentlichen Idee des Horoskops, nach Harmonisierungs- und Lösungsmöglichkeiten, so muß ich nach dem Aszendenten und insbesondere nach der Hausstellung seines Herrschers, also des Geburtsherrschers schauen.

Diese Methode hier bringt es ja mit sich, daß des öfteren Horoskopbilder schnell überschaut sein wollen, daß der grundlegende Rahmen schnell deutlich werden soll.
Die beste mir bekannte Methode hierfür ist die Samendeutung des Horoskops, die Neptun als Wegweiser des Aszendenten benutzt. Die grundlegende Beschreibung der Samendeutung siehe hier:
Neptun, grundlegender Wegweiser des Horoskops


Durch die Neptunwegweiser bzw Samendeutung war es auf astrologix.de z.B. des öfteren möglich, nur durch Deutung zweier Planeten, nämlich des Geburtsherrschers plus Neptun die Situation unbekannter Menschen in ihren Grundzügen zu erfassen. Beispiele hierfür finden sich u. a. in den meisten hier gebrachten Links zu Diskussionen auf astrologix.de, die Deutung beruht durchgängig auf der Samendeutung. –

Dann generell zur Combininterpretation: Combine finden sozusagen Geburtsdaten, die dann prinzipiell mit allen gültigen astrologischen Interpretationsarten untersucht werden können (übrigens auch numerologisch). Insofern sind Combine „Quasi“- Radices, und können wie normale Radices behandelt werden.
Dies beinhaltet neben allen gültigen „westlichen“ Methoden im Übrigen auch die Anwendungsmöglichkeiten der altindischen Jyotishastrologie (siderischer Tierkreis). Diese Astrologie, die auch als „vedische“ Astrologie bezeichnet wird, ist im Vergleich zur westlichen Astrologie stärker auf das Erfassen der Fakten und Ereignisse eines Lebens ausgerichtet.
Ich persönlich bevorzuge im Allgemeinen die „westliche“ Astrologie, die ich im Vergleich mit dem Jyotish eher als Beschreibung der tiefsitzenden Erfahrungswünsche der Seele eines Menschen, eine Beschreibung seines Potentials empfinde. Und dessen Verwirklichung Sinn, Freude und im Idealfall Erfüllung bringt, mit entsprechenden Schicksalsauswirkungen. (Wobei sich die Zuständigkeiten beider Systeme natürlich auch überlappen, sich nicht vollständig trennen lassen.)

Stichwort Software:

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es nur eine einzige Software, die Ergänzungscombine anbietet, nämlich Astroplus von Wolfgang Peterat. (Astroplus bietet eine großzügige Testmöglichkeit an.)

Dieses Programm ist auch in vielen anderen Bereichen vorbildlich. U. A. bietet es genau die beschriebene Positionierung des Aszendenten auf einem Planeten, und zwar bei unveränderten Planetenstellungen.
Wenn die eigene Software diese Möglichkeit nicht bietet (und meines Wissens bietet auch dies derzeit nur Astroplus), dann behelfe man sich durch das entsprechende zeitliche Verschieben des Horoskops, bis eben der gewählte Planet auf dem Aszendent sitzt. Also quasi das Aufgangshoroskops dieses Planeten. Die geringe Verschiebung der Planetenorte ist dabei vernachlässigbar, mit Ausnahme des Mondes, dessen Position man sich merken sollte.
(Astroplus bietet darüber hinaus sogar die Möglichkeit, solche Zeitcombine mit „Planentenaszendenten“ ständig aktualisiert anzubieten, was z.B. ein ständig aktuelles Horoskop der eigenen Situation ermöglicht.)

Eine der interessanten Facetten des hier vorgestellten Wegs ist im Übrigen sowieso die Möglichkeit zur Wahrnehmung einzelner astrologischer Details, der Überprüfung aller möglichen astrologischen Inhalte.
Also z.B. Häusersysteme: Verändert sich meine Situation merkbar, wenn der Herrscher des Aszendenten (auf meinem Geburtsherrscher im Zeitcombin) in ein neues Haus geht? Oder nicht? Aber vielleicht bei einem anderen Haussystem? (Ich empfehle, entsprechend den Erfahrungen der Münchner Rhythmenlehre, das Placidus Haussystem. Es schien mir die Situation immer präzise abbzubilden. Allerdings habe ich andere Haussysteme nur gelegentlich untersucht.)
Oder die Wahrnehmung der spezifischen Qualität von einzelnen Tierkreisgraden (z.B. die erwähnten 5,5 Löwe).
Die Zuordnungen der Münchner Rhythmenlehre, die von Döbereiner sog. Gruppenschicksalspunkte, mit denen ich im Laufe der Zeit zu tun hatte, bestätigten sich durchwegs. Andere Systematiken, mit denen ich gelegentlich Versuche machte, zeigten keine größere Relevanz, so das ich mich auf die Döbereinerschen Punkte beschränkte.
Oder die Wahrnehmung von Fixsternen, neuen Planeten, Halbsummenorten etc etc. Man lege immer einen Aszendenten auf den fraglichen Punkt im Zeitcombin und versuche, die Entsprechungen im eigenen Leben oder dem anderer zu finden. Das kann man natürlich auch mundan machen, nur ist es da schwieriger, da die Zeitqualität nicht wie im Zeitcombin auf eine bestimmte Person ausgerichtet ist.
Die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt. Im Übrigen würde ich mir dazu in astrologischer Software eine völlig freie Anwahlmöglichkeit des Aszendentenorts wünschen (bei unveränderten Planetenstellungen), um spezifische Tierkreispunkte, Halbsummenorte usw schnell auf dem Schirm zu bekommen.
(Und da ich gerade schon beim Wünschen bin, füge ich noch einen Combinwunsch hinzu: Hilfreich wäre eine einfache Umschaltmöglichkeit zwischen verschiedenen Combinarten. Hat man also zwei Radices ausgewählt (von denen eines das aktuelle Hier und Jetzt sein kann), so kann man z.B. über ein Auswahlmenue Grund-, Viertel-, Ergänzungscombine etc anwählen und zwischen ihnen beliebig wechseln.)

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Soweit also ein erweiterter Rahmen für die Nutzung von Zeitcombinen, einfach in der Anwendung und Interpretation.

Systematiken sind ein bischen wie Netze zum Fischfang. Diese Netze funktionieren eigentlich recht gut. Trotzdem gibt es Fische, die eigentlich groß genug für das Netz sein sollten. Aber diese Fische entziehen sich, sie entfliehen, sie werden nicht gefangen.
Dies gilt auch für die hier vorgestellten Wege. Sehr viel wird sichtbar, möglicherweise auch deutlicher oder anders als in bisherigen astrologischen Wegen. Aber auch hier gibt es ungefangene Fische. Keine Systematik kann alles erklären.
Gott sei Dank!

Ich wünsche viel hilfreiche Einsicht, Freude und Erfolg mit dieser Methode.