Die Partnerschaftsastrologie kennt bekanntermaßen sehr viele Methoden.
Im folgenden beschreibe ich einen einfachen Weg, der für die Frage:
"Wie wirkt diese Beziehung auf mich, was bewirkt diese Beziehung bei mir?" sehr hilfreich ist.
Diese kleine, aber feine Methode hilft insbesondere dabei, in wenigen Sätzen die generellen Themen zu formulieren, die für den
Einzelnen durch eine Beziehung entstehen (und die für den Partner definitiv andere sind).
Zwei der bekanntesten Methoden der Partnerschaftsastrologie sind die Synastrie und das Combinhoroskop.
Diese beiden Methoden sind praktisch das Gegenteil voneinander.
In einer Synastrie werden zwei Horoskope übereinander gelegt, um die Wirkung der Partner aufeinander, ihre Interaktion zu
verstehen. Es bleiben also beide Radices vollständig erhalten, damit - astrologisch gesehen - die vollständige Individualität der
Beteiligten.
Das Combin dagegen verläßt beide Radices vollständig, um den Platz der Mitte aufzusuchen. Damit verläßt das Combin auch
vollständig die Individualität der Beteiligten!
Dieser "Platz der Mitte" des Combinhoroskops hat bestimmte Eigenheiten, auf die ich im folgenden etwas ausführlicher eingehen
möchte (s. dazu auch: "Das Combinhoroskop als umfassendes astrologisches Instrument" ).
Eine Beziehung zweier Menschen, ihr gemeinsames Erleben transzendiert per Definition das individuelle Sein der Partner. Es zeigt
sich die Vermählung ihrer Inhalte zu einem größeren Ganzen. Dieses größere Ganze ist die Beziehung selbst.
Genau dieses größere Ganze zeigt sich im Platz der Mitte. Ein Combin ist das Radix einer Beziehung und kann auch wie ein Radix
behandelt werden.
Es liegt dabei nahe, das Combin als die Schnittmenge der Beteiligten sehen, als ihren gemeinsamen Nenner, als das, was die
beiden "zufällig" gemeinsam haben. Dies trifft jedoch nicht ganz den Punkt. Das Combin ist ganz offensichtlich viel mehr als ein
zufälliger Haufen von Gemeinsamkeiten. Vielmehr ergibt sich wiederum ein wohlgeordnetes Horoskop mit einem eigenen
Grundthema:
Die Beziehung zeigt sich als eigenständige Kraft.
Diese eigenständige, in sich wohlgeordnete Kraft der Beziehung transzendiert also die individuellen Partner, sie sind als einzelne im
Combin nicht mehr direkt sichtbar. Sichtbar wird dagegen das gemeinsame Erleben des Paares. Dies beinhaltet u.a. die Situation, in
der sich das Paar befindet.
Ein Beispiel:
Ein Combin mit starker Besetzung des sechsten Hauses, mit dem
Herrscher des Aszendenten (dem sog. Geburtsherrscher) und Sonne in
sechs, zusätzlich Venus, Uranus und Pluto in sechs.
(Haus sechs = Umstände und Bedingungen des Umraumes, die genaue
Wahrnehmung und umsichtige Behandlung erfordern, um den Lebenstrieb
(=Haus fünf) umsetzen zu können. Insofern beinhaltet Haus sechs u.a.
Finanzamt, Grippeviren, Parkplatzsuche, sonstige Umstände, die genau
beobachtet und behandelt werden müssen, auch Konkurrenten,
Mitbewerber, Neider, innere Hemmungen etc. Etwas plakativ
zusammengefasst: Die"Feinde").
Aus dem Combin war unmittelbar zu schließen, daß - neben der
Beziehung selbst - auch ihre äußeren Bedingungen schwierig sind,
vermutlich sogar Geheimhaltung der Beziehung nötig ist.
Gleichzeitig, daß bei Wegfall äußerer Schwierigkeiten die Beziehung
belastet wird, da diese Haus sechs Konstellationen (bzw. auch weitere
Konstellationen des Combins) dann von den Partnern selbst gelöst werden
müssen, während vorher der äußere Druck die Partner stabilisiert etc.
Die nachträgliche Bestätigung: Es handelte sich um die Beziehung einer
(20 Jahre älteren) Lehrerin mit einem ihrer Schüler in der gymnasialen
Oberstufe. Die Beziehung wurde schwieriger nach dem Abitur.
Der Schlüssel zum Combin ist einfach das Verständnis dafür, das man im
Combin nicht mehr nur einen Mensch sieht, sondern zwei. Es wird das sichtbar, was die beiden zusammen erleben. Von diesem
Unterschied zu einem normalen Radix abgesehen, kann das Combin wie jedes andere Horoskop betrachtet und interpretiert werden.
So ist der Aszendent des Combins in Kombination mit seinem Geburtsherrscher (dem Herrscher des Aszendenten) immer das Paar
selbst. Im obigen Beispiel zeigt sich durch die Stellung des Geburtsherrschers in Haus sechs, daß das gemeinsame Erleben des
Paares, die Beziehung, im "Feindesland" ist. (Und zwar tief in diesem Feindesland, wie die geballte Ladung Haus sechs und
zusätzlich weitere Details des Combins anzeigen. Nur der Geburtsherrscher in Haus sechs alleine zeigt z.B. noch lange nicht die
Notwendigkeit von Geheimhaltung an.)
Generell zeigt der Combinaszendent und der zugehörige Geburtsherrscher an, welche Themen das Paar hat, wie das Paar selbst
mit sich umgeht. In welcher (äußeren) Situation sich das Paar befindet, ist zum einen natürlich auch das Thema des gesamten
Combins, etwas spezieller aber durch die ersten drei Häuser des Combins, also aus dem ersten Quadranten sichtbar.
Der Deszendent z.B. zeigt dagegen die Begegnungssituation des Paares. Hat das Combin z.B. einen Jupiter im siebten Haus, so
kommen also dem Paar glückliche Fügungen entgegen, die Partner schauen als Paar auf das Positive des Begegnenden, sind
optimistisch, sind deshalb als Paar beliebt und willkommen (meist großer Freundeskreis etc.)
Gelegentlich wird die Aszendent - Deszendent Achse den beiden Partnern zugeordnet, also der eine Partner soll der Partner sein,
der andere dann der Aszendent. Diese generelle Zuordnung ist aus meiner Sicht nicht stimmig und der Natur des Combins
unangemessen.
Wenn es auch Methoden gibt, im Combin bestimmte Anteile dominant einem der Partner zuzuweisen (s. dazu:"Neue astrologische
Wege durch die Combintechnik"), so muß doch festgestellt werden, das es per Definition in diesem "Horoskop der Mitte" um das
gemeinsame Erleben der Partner geht.
Das Erfassen des größeren Ganzen der Partner, ihres gemeinsamen Erlebens ist also die eigentliche Domäne des Combins,
gleichzeitig ihre Crux. Das Combin verliert die Individualität des einzelnen aus dem Blickfeld.
Dies Nicht Sichtbarkeit des Individuellen im Combin führte zur Suche nach Lösungen, u. a. zu meiner Entdeckung der
Viertelcombine (s. dazu den erwähnten Combinartikel).
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Nun ist bekannterweise das Leben vielfältig und komplex.
Astrologisch gesehen zeigt sich die vollständige Individualität und Vielfalt eines Menschen natürlich im Radixhoroskop. (Im Radix
werden die Grundstrukturen des Lebens ebenso sichtbar wie unbedeutende Details, generelle Ausrichtungen, Beziehungsmuster,
Krankheitsdispositionen ebenso wie der zeitliche Auslöseplan dieser Muster. Zu bestimmten Zeiten sind eben bestimmte Themen
dominant, zu anderen Zeiten andere, und mit dem freien Willen geht man mit diesen Themen um.)
Will ich also astrologisch wahrnehmen, wie sich für einen bestimmten Menschen die Verbindung mit einem Menschen individuell
auswirkt, so erscheint die Zusammenschau beider Radixe, die Synastrie (bzw. entsprechend auch der vom Astrologen Döbereiner
favorisierte Häuservergleich) also auf den ersten Blick absolut folgerichtig bzw. fast zwangsläufig.
Nun haben es Beziehungen zwischen Menschen so an sich, daß es dabei sehr oft um bestimmte, oft sogar relativ begrenzte
Bereiche geht. Sucht z.B. ein Musiker einen Duopartner, so interessiert ihn vorrangig, ob er musikalisch wie menschlich mit dem
anderen gut kann, vielleicht auch noch, ob er mit dem anderen Erfolg auf der Bühne haben kann.
Aber auch in der engsten Liebesbeziehung oder auch in der Beziehung zwischen Mutter und Kind geht es um die Berührung zweier
Welten (und um die neue Welt, die daraus erwachsen kann), nicht aber um das vollständige Erfassen und Aufnehmen der Welt des
anderen.
Ob also der Duopartner seine Frau liebt oder nicht und ob er die Masern schon mit einem oder erst mit sechs Jahren hatte, ist dem
Musiker relativ egal. Und zumindest die Frage nach dem Zeitpunkt der Masern des oder der Geliebten ist auch in der innigsten
Liebesbeziehung von untergeordneten Interesse.
Damit wird ein Grundproblem der Synastrie sichtbar!
Sie verbindet beim Übereinanderlegen zweier Radixe schlicht und einfach zuviele Informationen miteinander: Die Vollständigkeit
zweier individueller Leben wird zueinander in Bezug gesetzt.
Dadurch trüben zwangsläufig sehr viele, für die Beziehung irrelevante Informationen den Blick auf das Wesentliche, was zu
unscharfen Ergebnissen führt.
Wie kann man dieses Problem lösen?
Wie wir festgestellt hatten, ist die vollständige Individualität astrologisch gesehen nur im Radix sichtbar. Folglich ist für die Frage
nach der Auswirkung einer Beziehung auf einen bestimmten Menschen das Radix eben dieses Menschens unverzichtbar.
Zusätzlich bräuchte man aber eine Methode, die konzentriert das zeigt, was sich durch das Zusammensein ergibt und alles Unnötige
des anderen wegläßt. Welche Methode ist das?
Natürlich das Combin.
Ich plädiere also schlicht und ergreifend für eine Synastrie zwischen dem Combin zweier Menschen und ihren jeweiligen Radixen,
wenn es um die Frage geht, wie sich die Beziehung (das Combin) auf die einzelnen Partner (die jeweiligen Radices) auswirkt.
Beim ersten Ausprobieren dieser Combinsynastrie (wie ich sie im folgenden nenne) wurde ich von der Genauigkeit des Abbildens der
Vorgänge völlig überrascht. Generell zeigte sich sowohl anhand vieler Details wie auch im großen Zusammenhang sehr genau das
jeweilige individuelle Erleben der Beziehung.
Oft fielen interessante und aussagekräftige Details unmittelbar ins Auge. Bei einer Freundin z.B. stand just bei den beiden Männern,
mit denen sie ihre intensivsten Beziehungen hatte, der Mars der Combine genau auf ihrem Mars im siebten Haus.
Ein etwas ausführlicheres Beispiel:
Im Combin zwischen mir und einer Schülerin von mir ist Zwillingsaszendent gegeben, mit Geburtsherrscher Merkur im fünften Haus
in Konjunktion mit Uranus.
Es ergibt sich zunächst stets eine recht lockere, spielerische Atmosphäre, also tatsächlich entsprechend dem Combin ein
"spielerisch - kreatives" (Uranus) "Erkunden der Vielfalt der Möglichkeiten" (Zwillingsmerkur), die einen "Erlebnisraum" (wie
Döbereiner das fünfte Haus umreisst), also eine Art Spielplatz der Beteiligten entstehen lässt. Verbunden mit einer leicht erotisierten
Atmosphäre, was ebenfalls typisch für Uranus-Merkur ist. Dies ist also die Grundschwingung der Beziehung, des gemeinsamen
Erlebens.
Im Laufe des Unterrichts wurde es mir aber oft zu spielerisch, zu unverbindlich. Ich hatte das Gefühl, das das seriöse Vermitteln der
Inhalte durch das Springen von einem Thema zum nächsten (Uranus - Merkur) zu kurz kommt. Dies ging gelegentlich soweit, daß es
mir völlig gegen den Strich ging, ich ärgerlich wurde und sogar erwog den Unterricht abzubrechen. Es hat eine ganze Zeit gedauert,
bis wir einen Modus fanden, der uns jetzt beide befriedigt.
Kurz und gut, in der Synastrie zwischen meinem Radix und dem Combin zeigt sich, daß das Herzstück des Combins, nämlich der
Geburtsherrscher Merkur plus Uranus genau auf dem Pluto in meinem Radix landet.
Die eigenständige Kraft der Beziehung, nämlich das spielerisch-kreative Erkunden trifft also auf meine "Konzepte und Leitbilder des
Vorgehens" (Pluto). Die Ideale wie auch die Fixierungen meines Plutos werden mit dem Aufbrechen der Norm, der Suche nach
neuen Möglichkeiten des Uranus Merkur konfrontiert. -
Diese Methode hat es so in sich, daß tatsächlich die subjektiv empfundene Auswirkung der Beziehung auf den Einzelnen sichtbar
wird. Diese Einsichten sind präziser, schärfer gebündelt als bei der normalen Synastrie. Diese Auswirkung kann dabei auch für
andere sichtbar sein, muß es aber nicht, u.U. noch nicht mal für den Partner. (Es macht hier deshalb noch mehr als bei anderen
Wegen Sinn, diese Methode bei eigenen Partnerschaften auszuprobieren.)
Nun zeigt sich beim Anwenden dieser Methode wieder ein typisches Problem der Synastrie.
Wie gesagt, enthält ein Radix sehr viele Informationen und kann auf sehr viele Arten interpretiert werden. Aufgrund dieser
verwirrenden Vielfalt der Möglichkeiten und Lesarten ist das Herausziehen des Wesentlichen ja die eigentliche Herausforderung der
Astrologie.
Umso mehr gilt dies bei zwei Horoskopen. Bei dem Übereinanderlegen zweier Horoskope gibt es Unmengen von Möglichkeiten,
Beziehungen zwischen den Horoskopelementen herzustellen. Es besteht noch mehr als bei einem Radix die Gefahr, sich das
gewünschte Ergebnis durch beliebiges Interpretieren herauszulesen.
Worin besteht also das Wesentliche?
Hierfür gibt es vermutlich, wie immer in der Astrologie, verschiedene gültige Wege. Die nachfolgende Methode ermöglicht mir in der
Regel, in zwei bis drei Sätzen das Hauptthema zu formulieren, welches für die Partner jeweils durch die Beziehung entsteht.
Das Tor zum Horoskop ist der Aszendent. Zum Aszendenten gehört unmittelbar sein Herrscher, der Geburtsherrscher.
Astrologische Häuser sind Lebensgebiete. Die Häuser in meinem Radix, in die der Combinaszendent und der
Combingeburtsherrscher fallen, werden durch die Beziehung bei mir belebt, damit die entsprechenden Bereiche meines Lebens.
Die Stellung des Combinaszendenten plus Geburtsherrscher in meinem Radixhäusern zeigt an, welches Hauptthema durch die
Beziehung für mich entsteht.
Ganz einfach: Fällt beispielsweise der Combinaszendent in mein fünftes Haus (Lebenstrieb etc.) und der Combingeburtsherrscher in
mein siebtes Haus (Begegnungsinteresse), so kann ich von starkem emotionalen Begegnungsinteresse ausgehen. Falls die äußeren
Umstände passen, also Alter, Geschlecht etc., auch von starken erotischen Interesse.
(Das Zeichen des Combinaszendenten ergibt dabei natürlich zusätzliche Färbungen. Sicher macht es einen Unterschied, ob der
Combingeburtsherrscher als Mars oder als Neptun in meinem siebten Haus auftaucht. Trotzdem, das Hauptgewicht der Aussage
ergibt sich aus den in meinem Radix angesprochenen Häusern.)
Oder: Der Combinaszendent sowie auch der zugehörige Herrscher fallen beide in mein zwölftes Haus. Es ergibt sich bei mir eine
Tendenz zum Nichthandeln, zum meditativen Geschehenlassen, zur verstärkten Sensibilität für Hintergründe usw. usw.
Oder: Der Combinaszendent fällt in mein drittes Haus, der zugehörige Herrscher in mein neuntes. Dann geht es um Haus drei
Belange (Erkunden, Kommunikation etc.) bezogen auf Haus neun (Einsicht in das noch Unbekannte, das Fremde), also Erkunden
des Fremden, des Anderen. In solchen Fällen ergab sich für mich immer ein relativ genaues Kennenlernen der Lebensumstände und
inneren Beweggründe des Combinpartners, oft - auch bei nur flüchtigen Begegnungen - verbunden mit Beratung durch mich (Haus
neun, das Therapeutenhaus).
(Das Combin als das Radix der Beziehung zeigt die Grundstruktur der Beziehung, so wie sich in meinem Radix meine eigenen
Grundstrukturen zeigen.
Diese Strukturen sind von Anfang an vorhanden, auch wenn man sie mit der Zeit tiefer und tiefer erfahren kann.
Dabei umfasst diese im Combin sichtbar werdende Struktur alle Aspekte der Beziehung, also alles, was gemeinsam erlebt werden
kann. Die konkrete Begegnung zwischen den Partnern ist davon nur ein Teil!
Insofern kann ein Combin auf alle Arten von Begegnungen angewendet werden, auch auf flüchtige Bekanntschaften oder z.B. auch
auf Künstler, deren Werk mich berührt, mit denen ich aber keinen direkten Kontakt habe. Im Combin sehe ich dann meine Beziehung
zu den Arbeiten des Künstlers.)
Die Stellung des Combinaszendenten plus seines Herrschers in meinen Häuser zeigt also an, welches Haupthema bei mir durch die
Beziehung entsteht. Natürlich funktioniert dies auf der Basis des Beziehungsthemas selbst, wie ich dies im obigen Beispiel im
Combin mit meiner Schülerin angedeutet habe.
Neben diesem Hauptthema gibt es natürlich sehr viel weitere Möglichkeiten. Als nächstwichtigste erscheint mir der Stand des
eigenen Geburtsherrschers.
Wo steht mein Geburtsherrscher (meines Radix) im Combin, und in welches Haus fällt er in meinem Radix?
Habe ich z.B. Widderaszendent, so ist mein Geburtsherrscher Mars. Das Haus in meinem Radix nun, in das der Mars aus dem
Combin fällt, zeigt ein wichtiges Nebenthema.
Fällt also der Mars, der bei mir im Radix vielleicht ins dritte Haus fällt, als Mars des Combins jetzt in mein zwölftes Haus, so ergibt
sich durch die Beziehung bei mir eine verstärkte Wahrnehmung von Hintergründen, Zwischentönen, eine meditativere Haltung dem
Leben gegenüber. Es ist ja durch den Mars und den Widder nach wie vor mein Aszendent angesprochen, also mein grundsätzlicher
Zugang zum Leben überhaupt.
Entsprechen ist auch der Stand der Combinsonne in meinem Radix wichtig, es zeigt sich die hauptsächliche Art und Weise der
Verwirklichung der Potentiale des Horoskops. Fällt also z.B. die Combinsonne in mein fünftes Haus, wird bei mir Gestaltungdrang
angeregt, die Lust am Basteln meiner eigenen Welt. Durch die Einbeziehung des Zeichens, in dem die Sonne steht, kann diese
Aussage dann noch verfeinert werden.
(Aber: Es bestätigt sich für mich auch hier, das die Sonne "nur" das Werkzeug zur Umsezung der Horoskopthemen und -potentiale
darstellt. Die Hauptthemen selbst, die grundlegende(n) Idee(n) des Horoskops finden sich in der Aszendentenanlage bzw. bauen auf
dieser auf. Die Sonne hilft, diese Themen zu verwirklichen, zeigt sie selbst aber nicht an.)
Natürlich gibt es weitere Möglichkeiten der Kombination, de facto sind die Verbindungsmöglichkeiten fast unbegrenzt. Die zumindest
anfängliche Reduzierung auf die beschriebene Weise ergibt aber einen guten Einstieg und einen generellen Rahmen.
Die Möglichkeiten können hier nur angerissen werden.
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Nun gibt es ja noch die Viertelcombine, also die Combine zwischen dem ersten Combin zweier Partner (dem sog. Grundcombin) und
den jeweiligen Radices (s. besagten Combinartikel). Auf den ersten Blick könnte man meinen, daß die Combinsynastrie und die
Viertelcombine gleichermaßen das subjektive Erleben der Beziehung beschreiben.
Es gibt tatsächlich Überlappungen zwischen diesen Methoden, aber auch wesentliche Unterschiede.
Die Combinsynastrie ist eine Art Bestandsaufnahme der Auswirkung der Beziehung auf eine einzelne Person, die ich der Einfachheit
halber jetzt Anna nenne.
Diese Bestandsaufnahme ist statisch. Sie zeigt einfach, was ist.
Dabei bleibt Anna vollständig innerhalb ihres eigenen Bereichs (=Annas Radix) und schaut, wie ihr Leben durch die Beziehung
berührt wird.
Die Viertelcombine zeigen dagegen die Gemeinsamkeit zwischen Anna und der Beziehung.
Damit zeigen Annas Viertelcombin natürlich auch Annas Erleben der Beziehung, was in etwa dem zu entsprechen scheint, was auch
in der Combinsynastrie sichtbar wird.
Der wesentliche Unterschied ist, daß Annas Viertelcombin darüber hinaus auch ihren Beitrag zur Beziehung, ihren Anteil an der
Beziehung zeigt.
Damit verlässt Annas Viertelcombin auch die ausschließliche Zentrierung auf sie selbst (=Annas Radix). Annas Viertelcombin findet
das Gemeinsame heraus, was zwischen ihr und der Beziehung entsteht (was wiederum eine eigenständige Kraft ist).
Annas Viertelcombin zeigt also ihren Beitrag zur Beziehung in einem eigenen Horoskopbild.
Wie jedes Horoskop zeigt es damit eine dynamische Möglichkeit des Agierens. Sichtbar wird u.a. das, was Anna zur Harmonisierung
der Beziehung tun kann. Wobei Harmonisierung hier bedeutet, das sich das Rechte zum Rechten fügt, zum Besten aller. Dies kann
u. U. auch Trennung der Partner bedeuten.
Ein Beispiel:
In der anfangs genannten Beziehung zwischen der Lehrerin und ihrem Schüler) ergibt sich zwischen dem Radix der Lehrerin und
dem Grundcombin (dem ersten Combin zwischen den Radices) folgendes Viertelcombin:
Jungfrauaszendent mit Pluto auf dem Aszendenten, Merkur und Sonne im
Zwilling im zehnten Haus, Chiron auf dem Deszendenten.
Die Frau fühlt sich durch ihren Partner geschwächt. Gleichzeitig beschreibt
sie aber ihr Interesse am Partner als an der Grenze zur Hörigkeit, und kommt
deshalb auch nicht von ihm weg.
Im Viertelcombin zeigt sich die Schwächung u.a. durch Mars Konjunktion
Lilith im zwölften Haus im Quadrat zu Neptun.
Das zwanghafte Interesse am Partner zeigt sich für mich durch Pluto (in
ungelöster Form = zwanghaft) exakt auf dem Aszendenten, Merkur in 10 und
Chiron auf dem Deszendenten. Haus zehn steht für Objektivierung, für das
Herausfinden dessen, was unabhängig von persönlichen Vorlieben und
Abneigungen allgemein gültig ist.
Das siebte Haus im Viertelcombin zeigt den anderen Partner, insofern zeigt
der Nebenherrscher Chiron von eins in sieben im Viertelcombin starkes
Begegnungsinteresse am Partner.
Mein einfacher Ratschlag war: Nimm Deinen Partner und die Beziehung
genau und kritisch wahr und sprich aus, was Du wahrnimmst.
Meine Vorhersage war, daß dies mehr "Energie" in die Beziehung pumpt,
wodurch die Beziehung entweder auf ein neues Niveau kommt oder
zerbricht, auf jeden Fall aber die Dinge in Bewegung kommen und sich
spontan zum Richtigen fügen (ohne daß ich ihr als Berater die Entscheidung
über das Verbleiben in der Beziehung abnehme.)
Als sie diesen Rat befolgt, bricht der Partner in kürzester Zeit die Beziehung ab. Den Drang zum Ansprechen und Ausprechen
kritischer Punkte (z.B. des Altersunterschieds) hatte sie immer verspürt, aber nicht zugelassen.
Diese Trennung war dann noch nicht die endgültige Lösung, brachte aber zum erstenmal seit ca eineinhalb Jahren (inclusive
Therapie in dieser Zeit) Bewegung in die Beziehung. Im Folgenden ergaben sich dann mit der Zeit Klärungen und positive
Veränderungen. (Als ein grundlegendes Problem zeigte sich dann ein unbewußtes Schuldgefühl der Frau gegenüber ihrem Freund,
was wesentlich zu ihrer Bindungssucht beitrug. Dieses Schuldgefühl konnte dann durch Familien- bzw Problemaufstellungen
angegangen werden.)
Den Rat des "kritischen Aussprechens" hätte ich ihr aus der Combinsynastrie nicht geben können. Allerdings bestätigt sich hier durch
den Combinaszendenten auf der Spitze ihres vierten Radix Hauses und dem Combingeburtsherrschers in ihrem achten Radixhaus
die Möglichkeit zur gefühlsmäßigen (Haus vier) Fixierung, zur unbedingten Bindungsbereitschaft (Haus acht).
Nun mag dieser Rat des Ansprechens kritischer Punkte möglicherweise banal erscheinen.
Tatsächlich zeigen die Viertelcombine meiner Erfahrung nach aber jeweils das, was der Partner bewußt wie unbewußt erwartet bzw.
braucht. Bekommt er das, harmonisiert sich das gemeinsame Erleben.
Dabei zeigt sich (wie in jedem Radix) das Grundthema dessen, was vom Individuum ins Leben drängt, im Aszendenten und seinem
Geburtsherrscher, und wird durch den Rest des Horoskops näher erläutert. Nur ist es bei den Viertelcombinen eben speziell auf das
Sein und die Befindlichkeit des Individuums innnerhalb der Beziehung bezogen.
Bei einem Geburtsherrscher im zwölften Haus z.B. wäre der Ratschlag richtiger, organische Entwicklung zuzulassen, also Handlung
(oder wie hier Aussprache) nicht zu erzwingen bzw. auch einfach nicht zu handeln, die Hintergründe wahrzunehmen etc.
Dann zu Chiron: Auch falls man Chiron nicht der Jungfrau zuordnen mag, bleibt in diesem Viertelcombin die Jungfrauenergie des
kritischen, genauen Wahrnehmens ja erhalten. In jedem Fall steht der Hauptherrscher Merkur mit der Sonne im zehnten Haus im
Zwilling, spricht also vom Herausfinden der "objektiv gültigen Essenz" (Haus zehn) mit dem Mittel der Sprache, des Berichtens und
Diskutierens (Merkur und Sonne im Zwilling).
Die Nutzung von Chiron als Nebenherrscher der Jungfrau erlaubt aber eine genauere Feststellung der Zielrichtung des Aszendenten.
Hier mit Chiron im siebten Haus wird das genaue, kritische Wahrnehmen der Jungfrau also auf den Partner bzw. die Beziehung
bezogen.
In meiner astrologischen Praxis hat sich Chiron als Mitherrscher der Jungfrau mehr als nur bewährt, ich bin mir dieser Zuordnung
sicher und denke sie auch nachweisen zu können.
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Abschließend noch zwei Anregungen zur Combinsynastrie:
Zum einen: Nehme ich das Combin als Ausgangspunkt und schaue, in welche Häuser des Combins der Aszendent und
Geburtsherrscher meines Radix fällt, so sehe ich natürlich entsprechend, wo mein Stand in der Beziehung ist, was in der Beziehung
durch mich belebt wird.
Dann: Falls man nach einiger Erfahrung mit der Combinsynastrie dieser Methode einen gewissen Aussagewert zubilligen mag,
könnte man auf die Idee kommen, die Combinsynastrie auch auf die aktuelle Zeitqualität anzuwenden, sprich also die Transite.
Möglicherweise ist es ja bei den Transiten ähnlich wie bei den Radices zweier Partner: Es gibt sehr viele Details, die aber für
verschiedene Menschen unterschiedlich wichtig sind.
Bei Zeitcombinen aber (also Combinen zwischen der aktuellen Zeit und dem Radix einer Person) wird wieder in einem eigenen
Horoskopbild die spezifischen Ausformung der Zeitqualität für diese Person sichtbar, sprich also ihre aktuelle Situation (auch zu
Zeitcombinen s. den Combinartikel). Durch eine Synastrie zwischen einem Radix und dem Zeitcombin zeigt sich also spezifiziert, wie
die aktuelle Situation mit dem generellen Sein eines Menschen zu tun hat.
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Die Combintechnik erscheint mir als eine ebenso elegante wie auch grundlegend wichtige Methode der Astrologie, in ihrer
Bedeutung durchaus etwa der Transittechnik vergleichbar. Es ist ein großes Geschenk, das ihr (Wieder-) Entdecker Heinrich
Schiffmann der Astrologie gegeben hat (nachdem die Erstentdeckung unter dem Namen aus den 50 Jahren wieder in Vergessenheit
geriet), und es dürfte im Umfeld des Combins noch sehr viel zu entdecken sein.
In diese Richtung weist auch ein Artikel von Herrn Georg Honer-Schmid.
In "Die Zeit der Ahnen - oder - Similia similibus curentur" beschreibt der Autor u.a. interessante Anwendungen der Combintechnik in
Zusammenhang mit Familiengeschichte und systemischen Ansätzen, also Familienaufstellungen etc.
Auch Georg Honer-Schmid erwähnt im übrigen schon die Synastrie zwischen Combinen und Radixen.
Viel Erfolg und hilfreiche Einsichten mit der Combinsynastrie!
Werner Soranjo Lang
Neue astrologische Wege durch die Combintechnik
Combin oder Synastrie?
Über die Auswirkungen von Beziehungen